VR im Liegen

Link zur Studie: https://doi.org/10.5445/IR/1000190098 


Beschreibung:

VR im Liegen ist eine neue Form der Interaktion mit VR-Technologie, die sie für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglicher machen könnte. Wir führten Interviews mit Personen mit Mobilitätseinschränkungen und nutzten die daraus gewonnenen Erkenntnisse, um ein für die Nutzung im Liegen konzipiertes Forschungswerkzeug zu entwickeln. Anschließend setzten wir dieses Tool in halbstrukturierten Interviews ein, um vertiefte Einblicke in die Erfahrung der VR-Nutzung im Liegen zu gewinnen.

Designansatz:

Wir führten eine halbstrukturierte Interviewstudie mit zwölf Teilnehmenden mit Mobilitätseinschränkungen durch. Die Interviews wurden mittels Qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Auf dieser Grundlage gewannen wir allgemeine Erkenntnisse zu Bedürfnissen und Präferenzen, aus denen wir Gestaltungsempfehlungen ableiteten und für die Entwicklung unseres Forschungswerkzeugs „Fruit Fisher“ nutzten. In „Fruit Fisher“, einem ruhigen Angelspiel, besteht die Aufgabe darin, fünf Früchte einzuholen. Das Spiel ist für die Nutzung von VR im Liegen ausgelegt. Es ermöglicht Menschen mit Mobilitätseinschränkungen eine barrierearme Interaktion, indem es sich auf Bewegungen stützt, die im Liegen als zugänglich identifiziert wurden, und zugleich alternative Bewegungsoptionen anbietet. Zusätzlich bietet es Einstellungen zur Anpassung der In-Game-Ansicht an unterschiedliche Liegepositionen (z. B. Anpassung des Neigungswinkels). Anschließend führten wir halbstrukturierte Interviews, einschließlich der Interaktion mit „Fruit Fisher“, mit drei Personen mit Mobilitätseinschränkungen durch. Dadurch konnten wir unsere Erkenntnisse und Gestaltungsempfehlungen zur VR-Nutzung im Liegen validieren.

Auswirkungen auf das VR-Erlebnis:

Kleine Bewegungen von Kopf, Oberkörper und Armen wurden als zugänglicher bewertet, während Beinbewegungen häufig als nicht zugänglich eingeschätzt wurden. Bei der Gestaltung von Anwendungen für VR im Liegen sollten daher geeignete Bewegungen, Bewegungsalternativen sowie die Möglichkeit zur Anpassung der Liegeposition (z. B. des Neigungswinkels) von Beginn an berücksichtigt werden.

Galerie:

 

Implementierungshinweis:

Bei der Verwendung des Forschungswerkzeugs „Fruit Fisher“ ist darauf zu achten, dass Quest Link mit der korrekten Ausrichtung eingerichtet wurde. Andernfalls funktioniert die Positionsanpassung im Spiel nicht richtig. Eine schnelle Möglichkeit besteht darin, das Link-Kabel erneut zu verbinden, während sich das Headset in der richtigen Ausrichtung befindet.

Für diese Studie haben wir das Tool so gestaltet, dass Funktionen schrittweise hinzugefügt werden können, ohne die nutzende Person zu überfordern. Durch Drücken von „1“ auf der Tastatur wird die Benutzeroberfläche zur Positionsanpassung aktiviert. Durch Drücken von „2“ wird die Angelrute in den Händen der spielenden Person visualisiert. Durch Drücken von „3“ kann die Angelrute ausgeworfen werden, wodurch die vollständige Interaktion mit dem Tool möglich wird.

Der Quellcode ist auf begründete Anfrage erhältlich über: mailto:accessvr∂iar.kit.edu